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Mach, was wirklich zählt.

Immer voll konzentriert - der Sanitätsdienst bei Übungen und im Einsatz
Zwei Soldatinnen desSanitätsdienstes der Bundeswehr marschieren mit Rucksäcken durch einen Wald

Der Aufstieg zum Brauneck sorgte für einen unvergesslichen Tag

Foto: © Bundeswehr / SanAkBw

Als Seiteneinsteiger zum Sanitätsdienst

Gerade einmal seit zehn Tagen tragen die Frauen und Männer die Uniform der Bundeswehr: Acht Ärzte und Veterinäre mit verschiedenen Dienstgraden und Verpflichtungszeiten. Zu Beginn ihrer militärischen Laufbahn absolvieren die Mediziner den vierwöchigen Lehrgang für Seiteneinsteiger an der Sanitätsakademie der Bundeswehr. Und es gibt viel zu lernen und noch mehr zu verstehen: Zum Beispiel die Notwendigkeit einer Kopfbedeckung bei sommerlichen Temperaturen oder die vielen Varianten von Dienstgradabzeichen.


Allesamt haben sie ihre medizinischen Studiengänge bereits absolviert, sind teilweise promoviert und haben unterschiedlich lange Berufserfahrung. Eines haben sie aber gemeinsam: Wenig bis keine Ahnung von der Bundeswehr und ihren Gepflogenheiten, Umgangsformen und Traditionen. Für den Chef der III. Inspektion, Oberstleutnant Karlheinz Romeis, stellt das kein Problem dar: „Diese Lehrgangsteilnehmer mussten sich ihr Studium selbst finanzieren, haben Berufserfahrung gesammelt und stehen voll im Leben. Das macht richtig Spaß, mit denen zu arbeiten.“


Positive Stimmung

Stabsarzt Dr. Sibylle Conradi von der Unfallchirurgie des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg war überrascht, wie schnell sich im Lehrgang eine Gruppendynamik ausbildete, und wie freundlich und zuvorkommend der Umgang unter den Teilnehmern, aber auch im Verhältnis zu den Gruppenleitern, war. „Anregend finde ich die Vielzahl der Kurse und Weiterbildungsmöglichkeiten in den kommenden Jahren. Das ist ein echtes Plus im Vergleich zu einer zivilen Tätigkeit.“ Ihr persönliches Umfeld reagierte ganz unterschiedlich auf die Nachricht von der Verpflichtung beim Bund. „Einerseits“, so Conradi, „gab es Verständnis für meine politischen und humanitären Vorstellungen bezüglich möglicher Auslandseinsätze. Andererseits aber auch Besorgnis wegen meiner persönlichen Sicherheit in einem Einsatz.“


Zwei Soldatinnen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr stehen vor einem Gebäude und setzen ihre Feldmützen auf.

Für die Seiteneinsteiger ist eines sicher: Die Kopfbedeckung, die nervt immer.

Foto: Bundeswehr / SanAkBw

Überrascht

„Als Soldatin auf Zeit möchte ich mir fachliche Kompetenz aneignen und unvergessliche Erfahrungen sammeln, zu denen gewiss auch der mehrmonatige Auslandseinsatz zählt. Beruflich möchte ich die Chance nutzen, mich als Amtstierärztin zu qualifizieren, um optimal für die Zukunft vorbereitet zu sein“, begründet Stabsveterinär Katrin Heise ihre Entscheidung für die Bundeswehr. Die Veterinärin war überrascht, dass es keinen militärischen Drill gab, wie man ihn vielleicht aus Filmen kennt. Stattdessen herrschte aus ihrer Sicht die Erwartungshaltung vor, dass die Lehrgangsteilnehmer jegliche Aufgabe nach kurzer Erläuterung und Übung meistern werden. Dazu zählten auch die persönlichen Herausforderungen: Für den Einen das Abseilen aus knapp 30 Metern Höhe am Felsvorsprung, für den Anderen das korrekte Melden einem Vorgesetzten gegenüber.


Trotz Bürokratie zum Bund

Eine Soldatin des Sanitätsdienstes der Bundeswehr seilt sich an einer Felswand ab

Das erste Abseilen im Gebirge bleibt unvergesslich

Foto: © Bundeswehr / SanAKBw

Als frisch approbierte Humanmedizinerin fand Lilli Weng in Berlin keine Arbeitsstelle mit guten Weiterbildungsmöglichkeiten. Als sie sich auf dem Jungmediziner-Kongress "Operation: Karriere" am Stand der Bundeswehr informierte, bot man ihr sofort Hospitationsmöglichkeiten an. Danach lief alles ganz schnell, und sie entschloss sich zu einer Bewerbung. Die ersten Eindrücke waren der riesige Berg an bürokratischen Formularen und der wirklich warme Feldanzug, den alle trotz der Temperaturen von 38 Grad im Schatten vollständig tragen mussten. „Die Eignungsübung hat mir mehr Spaß gemacht als ich erwartete, auch wenn der Bergmarsch aufs Brauneck sehr anstrengend war. Da meine Verpflichtungszeit nur zwei Jahre dauert, habe ich bis dahin Zeit, mich zu entscheiden, ob ich weiterhin beim Bund bleibe oder doch wieder ins Zivile zurückgehe.“


Autor: Herbert Singer