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Mach, was wirklich zählt.

Ein Soldat  kontrolliert die Lüfter eines Netzwerkservers
Ein Soldat sitzt vor einem Schreibtisch, auf dem mehrere Computer stehen

Stabsunteroffizier Candas Gökhan lernt den Beruf des IT-Systemelektronikers

Foto: © PIZ Personal / Jörg Dilthey

Der digitale Strippenzieher - mit der ZAW zum IT-Systemelektroniker 

Eine funktionierende IT-Umgebung ist wie in der freien Wirtschaft auch für die Bundeswehr von größter Bedeutung – rund um die Uhr. Denn sind Server, Rechner oder Drucker innerhalb eines Netzwerks nicht optimal aufeinander abgestimmt, führt dies unweigerlich zu eigentlich vermeidbaren Problemen. Hier kommt der IT-Systemelektroniker ins Spiel.

Erndtebrück, Hachenberg-Kaserne. Einsatzführungsbereich 2. Gebäude 44 der Einsatzführungsausbildungsinspektion 23. Ruhig ist es hier. Ein Soldat huscht gedankenversunken aus einer der vielen Türen am Gang heraus und verschwindet hinter einer anderen.

Es handelt sich um einen großen Schulungsraum vollgepackt mit Technik und Elektronik: Kabel, Bauteile, Platinen und hochkomplexe Prüfungsgeräte. Das einzige Geräusch ist das Surren der unzähligen Kühlungsventilatoren. Rund 70 Soldaten sitzen hier und starren konzentriert auf ihre Bildschirme.

Einer von ihnen ist Stabsunteroffizier Candas Gökhan. „Ich beschäftige mich gerade mit einer Logdateianalyse. Bei der Logdateianalyse wird die Logdatei eines Computersystems eines gewissen Zeitraumes nach bestimmten Kriterien untersucht. Bei jedem Webserver, bei jeder Datenbank und jeder Firewall finden sich Logdateien. Je nach Art, Inhalt und Umfang der Aufzeichnung der Logdatei können daraus verschiedene Schlüsse gezogen werden.“ Eins wird schnell klar: Er beherrscht sein Metier.


Erst Bürokaufmann dann Systemelektroniker

Stabsunteroffizier Gökhan ist 24 Jahre alt und seit vier Jahren bei der Bundeswehr. Er hat die Realschule mit einem Notendurchschnitt von 1,6 erfolgreich beendet und sich für 15 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet. Seit Oktober 2015 lernt er in einer Maßnahme für „zivilberufliche Aus- und Weiterbildung“ (ZAW) den Beruf des IT-Systemelektronikers.

Ein Soldat schraubt an einem geöffneten Computergehäuse

„Operation am offenen Herzen.“ Ein Laufwerk wird ausgebaut.

Foto: © PIZ Personal / Jörg Dilthey

Über die ZAW bietet die Bundeswehr ihren Soldatinnen und Soldaten eine Berufsausbildung mit staatlich anerkanntem Abschluss. Die Abschlussprüfung wird vor der örtlichen Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt. Die Berufsausbildung für die Bundeswehr übernehmen dabei zivile Bildungsträger. In diesem Fall ist es das Berufsbildungszentrum der IHK Siegen e.V. Die Ausbildung erfolgt mit einem erhöhten theoretischen Anteil, sodass die zivile Ausbildungsregelzeit von drei Jahren bei der ZAW auf 21 Monate reduziert wird.

Nach seinem Fachabitur im kaufmännischen Bereich hatte Stabsunteroffizier Gökhan als freiwillig Wehrdienstleistender die Möglichkeit, über den Berufsförderungsdienst eine Lehre zum Bürokaufmann zu machen. Er hatte Glück, denn es gab für diesen Lehrgang noch freie Plätze. Jetzt macht er also schon seine zweite Ausbildung bei der Bundeswehr: „Mein Ziel ist es, beide Ausbildungen kombinieren zu können. Eventuell käme der Beruf des Wirtschaftsinformatikers in Frage.“

Stabsunteroffizier Gökhan ist kurdischer Abstammung und in Frechen geboren. Seine Eltern kommen aus dem Osten der Türkei. Sein Wunsch, Soldat zu werden, ist von seinen Eltern mit Begeisterung aufgenommen worden. „Ich habe mich schon recht früh entschieden, zur Bundeswehr zu gehen. Ich glaube, ich war 16. Ich war mir darüber im Klaren, dass ich mich verpflichte, meinem Vaterland treu zu dienen. Für mich ist das wie eine Berufung und das Beste, was mir passieren konnte. Jeder bekommt eine Chance seine Ziele zu verwirklichen. Meine Freunde waren am Anfang etwas skeptisch, gerade auch im Hinblick meines Migrationshintergrundes. Aber, hey, wir leben im 21. Jahrhundert. Für mich ist das kein Thema. Wenn es um das Thema Integration geht, gehe ich gerne als gutes Beispiel voran.“


IT-Systemelektroniker, was ist das?

Sie planen, installieren und konfigurieren Systeme, Komponenten und Netzwerke. 

Mehrere Soldaten sitzen vor Computern und schauen auf die Monitore

Auch im Team werden komplexe Netzwerkaufgaben bewältigt

Foto: © PIZ Personal / Jörg Dilthey

Hierzu beschaffen IT-System-Elektroniker Hard- und Software und richten die Stromversorgung ein. Anschließend nehmen sie die Systeme in Betrieb und installieren die Software. „Wir sorgen dafür, dass die Daten sicher, schnell und zuverlässig fließen.“ Sie informieren und beraten Kunden vor Ort über die Nutzungsmöglichkeiten von informations- und kommunikationstechnischen Geräten wie Computern, Telefonanlagen, Druckern oder Faxgeräten.

Bei der Aufstellung der Geräte achten sie darauf, dass diese leicht zugänglich sind, komfortabel zu bedienen, und dass sie ergonomischen Ansprüchen genügen. Ferner warten sie die Kommunikationsinfrastruktur und beheben aufkommende Störungen.

Ein Soldat verkabelt Computerbauteile miteinander

„Strippenzieher“ Candas Gökhan

Foto: © PIZ Personal / Jörg Dilthey

Auch die Themen Datensicherheit und Schutz vor Hackerangriffen müssen mit wachsender Priorität betrachtet werden. „Man muss sich nur mal einen Worst Case vorstellen: der Ausfall von Unternehmensnetzwerken oder komplexen Produktionsanlagen. Nur Systeme, die up to date sind, sorgen für optimale Sicherheit und störungsfreien Betrieb.“ Die IT-Experten kennen sich mit diesen Themen umfassend aus und verfügen stets über aktuellste Kenntnisse. Sie entwickeln für jedes Unternehmen eine passende und sichere Lösung.

Autor: Jörg Dilthey