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Mach, was wirklich zählt.

Eine Soldatin schließt Kabel an ein Übertragungsgerät an.
Eine Soldatin richtet am Laptop ein Netzwerk ein.

Die Einrichtung des Netzwerkes geschieht am Laptop.

Foto: © Bundeswehr

Auf Umwegen zur IT-Spezialistin

Für Feldwebel Sarah Müller* stand schon früh fest, dass sie zur Bundeswehr gehen wollte. Direkt nach dem Realschulabschluss trat sie ihren Dienst an. Sie hatte sich für eine Ausbildung zur Luftfahrzeugelektrikerin in der Feldwebellaufbahn verpflichtet. Zu Beginn einer jeden Karriere bei der Bundeswehr steht jedoch die Grundausbildung: „Warm war es im Januar nicht, aber auch das kälteste Biwak schafft man, wenn man sich gegenseitig motiviert.“ Nun ist sie IT-Expertin bei der Luftwaffe in Köln-Wahn.


Soldatin und Fachinformatikerin - Genau ihr Ding!

Die 23-Jährige denkt gerne an die Zeit ihrer Grundausbildung zurück. Im Anschluss leistete sie ihren Dienst zunächst im Lufttransportgeschwader 61 in Penzing. „Das gab mir die Gelegenheit, die Luftfahrzeuge der Luftwaffe im Hinblick auf meine anstehende Ausbildung einmal näher kennenzulernen", so Müller. Zeitgleich merkte sie, dass sie ein anderer Beruf noch mehr interessierte: der IT-Fachinformatiker in der Fachrichtung Systemintegration. Die Bundeswehr ermöglichte ihr eine Umplanung auf diese Berufsausbildung, verbunden mit einer Versetzung nach Köln-Wahn. Von dort aus ging es für Müller zuerst auf den Feldwebel-Lehrgang, in dem die gelernten Fähigkeiten aus der Grundausbildung vertieft und ausgebaut wurden. Die Berufsausbildung zum IT-Fachinformatiker folgte dann in einer zivilen Aus- und Weiterbildungsmaßnahme, wie es bei der Bundeswehr genannt wird, und währenddessen wurde sie zum Stabsunteroffizier befördert. Nach 21 Monaten hielt Müller ihr Abschlusszeugnis in den Händen. „Die Ausbildung hat mir viel Spaß gemacht", erinnert sie sich zurück, „jedoch war ich froh, als ich endlich die Abschlussprüfung bestanden hatte.“


Verantwortung lernen, Verantwortung tragen 

Viel Zeit zum Verschnaufen gab es jedoch nicht. Es folgten noch zwei weitere Lehrgänge, die für ihre spätere Tätigkeit wichtig waren. Zunächst kam der IT-Admin-Lehrgang, dessen Bestehen Sarah Müller die Beförderung zum Feldwebel brachte. Auf dem nächsten Lehrgang wurde sie speziell für ihre künftige Verwendung ausgebildet: „Ich lernte, welche IT-Systeme es bei der Bundeswehr gibt und wie sie funktionieren." 

Mit insgesamt 3 Trupps kümmert sich eine IT-Einheit wie die von Feldwebel Sarah Müller im Auslandseinsatz darum, dass das sogenannte Teilnehmernetzwerk funktioniert. Dieses sorgt beispielsweise für den Anschluss von PC-Arbeitsplätzen und Telefonen an das Netz. „Wir sind nach den Sicherungskräften gleich die ersten, die bei einem Neuaufbau eines Lagers zur Stelle sind. Dazu errichten wir ein verlegbares Netzwerk und stellen sicher, dass die Verbindung nach Hause sowie zwischen verschiedenen PC- und Telefon-Anschlüssen reibungslos funktioniert."

Eine Soldatin schließt Kabel an ein Übertragungsgerät an.

Teile des Teilnehmernetzwerkes werden miteinander verbunden.

Foto: © Bundeswehr


Dabei arbeiten die IT-Spezialisten Hand in Hand mit anderen Truppengattungen wie zum Beispiel den Fernmeldern des Heeres. Falls dann beispielsweise im Camp ein Problem auftritt, wird dieses an Müllers Einheit gemeldet, wo man sich auf Fehlersuche begibt. „Wir sind im Einsatz quasi der Ansprechpartner für die Vernetzung von Computern untereinander. Aber auch bei Problemen mit dem Telefon helfen wir gerne weiter", erklärt die IT-Spezialistin. Am Standort Köln-Wahn übt die IT-Einheit den Aufbau von Netzwerken und die Abläufe, die damit in Zusammenhang stehen.


„Auf großangelegten Übungen wird gemeinsam mit anderen Truppengattungen die Funktionsfähigkeit des Netzwerkes getestet“, berichtet Müller. Zu den momentanen Aufgaben der Soldatin zählen auch die Verwaltung des IT-Lagers sowie das Einpflegen von technischen Daten in den Computer. Außerdem schaut sie erfahrenen Kameraden über die Schulter und lernt schon einmal kennen, was in künftigen Lehrgängen folgen wird. „Die Kameradschaft schätze ich sehr. Ich bin auch immer wieder mit Kameradinnen und Kameraden, die ich schon kenne, auf Lehrgängen. Man kann sich so umso besser gegenseitig unterstützen."


Neue Herausforderungen, neue Ziele 

„Für mich stehen noch weitere Laufbahnlehrgänge wie zum Beispiel das Führungstraining an. Außerdem warten noch weitere IT-Fachlehrgänge. Ich nehme mit, was ich bekommen kann", lacht Feldwebel Sarah Müller. Neben der IT hat sie vor allem ein Hobby: Sport. „Mindestens einmal die Woche spielen ein paar Kameraden und ich gemeinsam Fußball.“ 

Was rät sie jungen Leuten für diesen Beruf? „Einerseits Sportlichkeit, andererseits ein Interesse an Technik und Netzwerken - der Rest kommt von ganz allein." Ein vielseitiger Beruf, der für Feldwebel Sarah Müller zum Traumberuf geworden ist. 

* Der Name wurde zum Schutz der Soldatin von der Redaktion geändert

Autor: Madelaine Schillerwein